Timeline

Historische Motive

“Qui bon vin boit, Dieu voit.” (Spruch der Zisterzienser)

Die älteste Geschichte des Hauses liegt wie bei vielen anderen ähnlichen Gebäuden im Dunkeln. Bei Grabungen rund um das Schloss und bei Kellererweiterungen kamen immer wieder Spuren vergangener Epochen zutage, die auf einstige Besiedlungen hinweisen. Funde aus der Steinzeit, Bronzezeit oder Römerzeit sind keine Seltenheit und können im Weinkeller oder in anderen örtlichen Heimatmusseen besichtigt werden…

Knochenflöte (links im Bild) bei Grabungen in der Kammerner GRUB gefunden. Alter ca 20.000 Jahre

1074
Die erste urkundliche Erwähnung ist uns aus dem Jahre 1074 überliefert, in der ein Urvater der Kuenringer – Azzo de Gobatsburich – in einem Schenkungsvertrag als Zeuge genannt wird. Seine Existenz wird auch durch zwei barocke Stammbäume untermauert, die in der Bibliothek von Stift Zwettl – auch eine Kuenringer Stiftung – aufbewahrt werden. Das Schloss blieb im Besitz der Kuenringer bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts und ging dann durch Heirat an die Familie von Feldsberg (Ruine Falkenstein, Straß).

1440
1440 kam die Herrschaft Gobelsburg an die Habsburger (Herzog Albrecht V., späterer Kaiser Albrecht II.). Von 1587 bis 1593 war der Protestant Salomon Pfefferkorn der Inhaber von Schloss Gobelsburg. Sein Grabstein befindet sich noch an der Nordwand der Gobelsburger Pfarrkirche.

Insgesamt sind es 18 verschiedene Adels- und Landadelsgeschlechter seit der Kuenringer bis Otto Ferdinand Freiherr von Hohenfeld 1693 die Herrschaft übernimmt. Nach seinem Tode im Jahr 1716 baut sein Sohn – Otto Achaz von Ehrenreich – 1725 das Renaissanceschloss in den heutigen Zustand um.

1740
Am 17. September 1740 verkauft der hochverschuldete Hohenfeld das Schloss um 40.000 Gulden an das STIFT ZWETTL, das in Kammern seit 1171 Ländereien und Weingärten besaß (“Steiner Allerheiligenstiftung”; Weingärten am Heiligenstein und Gaisberg).

Mit Kauf des Schlosses kommen weitere heute noch im Besitz befindliche Weingärten hinzu (Steinsetz, Hussen, Sachsenberg etc.). 1786 brennt der Hof des Gutes Kammern ab, der Verwaltungssitz wird daraufhin in das Schloss Gobelsburg verlegt.

1918-1945

In der Zwischenkriegszeit wurde im Schloss ein Lehrlingserholungsheim eingerichtet. Während des 2. Weltkrieges waren französische Kriegsgefangene einquartiert, die das Schloss 1945 in einem trostlosen Zustand zurückließen. Die Holzböden waren herausgerissen, ein Großteil der Öfen konnte glücklicherweise gerettet werden.

1958

Pater Bertrand Baumann, der 1958 die Leitung der Herrschaft Gobelsburg übernommen hatte, begann nach und nach das ganze Schloss zu renovieren, ließ die Kachelöfen wieder aufstellen, richtete das Museum ein, konnte seine Schwester zur Leitung des Kellerstüberls ermuntern und richtete rund um Gobelsburg den Bildstockwanderweg ein.

Neben seinem Schaffen und Wirken um das Schloss war Pater Bertrand auch ein ganz hervorragender Winzer. Es gelang ihm, den Messwein salonfähig zu machen und zu seiner Zeit zu den besten Weinproduzenten in Österreich zu gehören. Die Weine aus der Schlossvinothek zeugen heute noch von dieser Größe.

1996

Seit 1. Februar 1996 wird das Weingut und das Schloss von Eva und Michael Moosbrugger – ‘Hotel Gasthof Post’ in Lech am Arlberg – in Zusammenarbeit mit Willi Bründlmayer geleitet. Oberstes Ziel ist es, das weinkulturelle Erbe von Schloss Gobelsburg – mit Weingärten, die zu den historisch ältesten Lagen des Gebietes zählen – zu pflegen, weiterzuentwickeln und in die nächste Generation zu führen.

Mit Dezember 1996 wurde das Weingut in den renommierten Verein der Österreichischen Traditionsweingüter aufgenommen. Die Bodenbeschaffenheit, Hangneigung und mikroklimatische Einflüsse – das ‘terroir’ – prägen Charakter und Eigenschaften jedes Weines. Manche, meist traditionelle Lagen, bringen Jahr für Jahr Weine mit großem Potenzial hervor. Eine Klassifizierung dieser Lagen im Kamptal und Kremstal haben die Traditionsweingüter erstmalig in Österreich vorgenommen.