Kultur im Schlosshof
ELKE ERB
Geboren 1938 in Scherbach / Voreifel, 1949 Umzug nach Halle / DDR, ab 1966 freischaffende Autorin in Berlin. Kurzprosa, Lyrik, prozessuale Texte. Zahlreiche Übersetzungen und Nachdichtungen, vor allem aus dem Russischen, und Tätigkeit als Herausgeberin. Zuletzt erschienen die crux (Prosa, 2003), Gänsesommer (Gedichte und Kurzprosa, 2005), Freunde hin, Freunde her (Gedichte, 2005) und Sonanz (Gedichte 2008).
Auszeichnungen u. a. Erich-Fried-Preis 1995, Norbert-C.-Kaser-Preis 1998 und Hans-Erich-Nossack-Preis für ihr Gesamtwerk, 2007.
RAPHAEL URWEIDER
Der 1974 in Bern geborene Schweizer Schriftsteller und Musiker wuchs in Schattenhalb auf und besuchte die Schule in Biel. Nach dem Abitur studierte er Germanistik und Philosophie an der Universität Fribourg. Er lebt heute als Theaterdirektor in Bern.
Urweider ist Lyriker, der auch als Musiker und Rapper (z.B. mit der HipHop-Gruppe LDeeP) auftritt und in seinen Texten häufig von den unterschiedlichsten sprachspielerischen Techniken Gebrauch macht. Mit Samuel Schwarz verfasste er zwei Theaterstücke, die am Maxim Gorki Theater und am Hamburger Schauspielhaus zur Uraufführung gelangten.
Raphael Urweider erhielt u. a. den Leonce-und-Lena-Preis (1999) und den Clemens-Brentano-Preis (2004).
Zuletzt erschien der Band Alle deine Namen (DuMont, Köln, 2008).
SABINA NAEF
Die Schweizer Lyrikerin wurde 1974 in Luzern geboren, studierte Germanistik und Romanistik in Zürich, Lausanne und Bordeaux.
Bisherige Buchveröffentlichungen: Zeitkippe (Nimrod- Literaturverlag, 1998), tagelang möchte ich um diese Ecke biegen (Edition Isele 2001), Leichter Schwindel (Edition Korrespondenzen, 2005).
Neben den drei Lyrikbänden veröffentlichte sie auch Kurzprosa und Dramolette in Literaturzeitschriften.
Mehrfach arbeitete sie mit bildenden KünstlerInnen und MusikerInnen zusammen, so wurden 2007 Gedichte von ihr durch den Komponisten und Klarinettisten Claudio Puntin und die Sängerin Insa Rudolph vertont, weiters Projekte mit der WDR Big Band und der Band „Sepiasonic“.
URS ALLEMANN
Der 1948 geborene Schweizer Autor veröffentlicht seit 2001 Gedichtbände, in denen er tradierte Poesieformen auf eigenwillige Art wiederbelebt. Zwar hält er sich streng an die Vorgaben der Gedichtformen, dekonstruiert sie aber zugleich und schildert in ihnen diffuse Gewalt- und Zerstörungsfantasien, die sich letztlich auch gegen die Sprache selbst wenden. Diese Technik wandte er 2001 in Holder die Polder auf die antiken, Klopstockschen und Hölderlinschen Oden und Elegien und 2003 in schœn! schœn! auf das Sonett an.
Auch sein dritter Gedichtband Im Kinde schwirren die Ahnen (2008) ist ein Formexperiment: Die 52 Gedichte sind ihren Anfangsbuchstaben nach streng von A bis Z geordnet. Der Titel des Bandes ist ein verfremdetes Zitat aus Hölderlins Gedicht Hälfte des Lebens (Im Winde klirren die Fahnen); diese oft von Allemann angewendete Technik nennt der Autor Überschreibung (extremes Verfahren der Auseinandersetzung mit Ahnen-Texten).
